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Am Anfang war das Ei…

8. August 2017

Die zauberhafte Papierpflanze in meinem Inneren war ruhelos. Ließ mich nicht ruhen. Da waren Ideen und Träume die um mich herumschwammen – stupsten mich an, forderten mich auf. Aber da war mein Leben, das so wenig Platz und Verständnis für diese Papierpflanze hatte. So viele andere Dinge, die gepflegt und hegt werden mussten… Ausreden und Dinge.

Aber dann kündigte sich erneut meine Freundin Ulrike für einen Besuch aus Dresden an. Und endlich hatte ich wieder einen Grund mein Druckerpapier hervorzuholen. Ein Ei sollte es werden. Ein Riesen-Ei. Um sich darin zu verstecken, um darin zu sitzen, um daraus zu schlüpfen. Ein Ei für Kinder. Ein Ei für Fotos. Für Ostern. Für Spaß. Und die Form des Eis ließ mich endlich an Kleister denken. An Kleister und an diese Luftballon-Laternen, die wir früher in der Schule gebastelt hatten. Ich wollte das Riesen-Ei mit Kleister basteln. Aber ich hatte keinen Riesen-Luftballon, den ich bekleben konnte. Also musste ich ein Gerüst bauen. Etwas, über das ich dann das Papier und den Kleister streichen konnte. Dafür brauchte ich Papier. Eine Menge Papier. Etwas, das ich nicht zu Hause hatte. Also stieg ich, während mein Mann Schmiere stand. In die Mülltonnen unserer Nachbarn und holte Zeitungspapier. Seeehr viel Zeitungspapier und Pappe und Zeitschriften und alles.

Foto by http://www.ulrike-reimann.de/

Das ganze formte ich mit sehr viel Paketklebeband nach der Schneeballtechnik zu einem riesigen Ball. Und ich begann ihn zu bekleben. Meine Tochter half mir manchmal. Pinselte den Kleister auf das Druckerpapier und ich pappte es dann auf die Kugel. Sehr viel Papier. So entstand die untere Seite, also die dicke Seite des Eis. Aber wie sollte ich aus der Kugel ein Ei machen? Erst nahm ich wieder Zeitungspapier zur Hilfe und baute es um die Kugel herum. Streckte sie  bis es nicht mehr ging und dann bastelte ich aus Pappstreife ein Gerüst für den Kopf des Eis. Ab da kamen wieder Kleister und Druckerpapier zum Einsatz. Und dann war das Ei zu und riesig. Aber es hatte noch viele Dellen und war nicht das perfekte Ei. Ich brauchte etwas, um die Dellen auszugleichen. Zu kaschieren. Und da kam mir die Idee mit dem Klopapier. Ein Blick ins Internet bestätigte, dass ich auf dem richtigen Weg war. Pulpe wurde es da genannt. Aufgeweichtes Klopapier mit Kleister. Also bekam es unser Klopapier mit meinem Pürierstab zu tun. Und ich kaschierte. Die Struktur des Klopapiers erinnerte mich sogar an die leicht raue Oberfläche einer Eierschale. Sie gefiel mir sogar so gut, dass ich das ganze Ei damit bearbeitete.

Aber das ganze dauerte ewig um zu trocknen. Doch der Besuch meiner Freundin stand unmittelbar bevor und sie wollte das Ei gerne mitnehmen.

Als meine Freundin dann endlich da war, war es immer noch nicht richtig trocken – zu viele Schichten, zu viel Kleister… aber es sollte ja auch Kinder aushalten. Es musste stark sein. Aber irgendwie wurde es dann doch noch trocken, so dass meine Freundin Ulrike und ich es gemeinsam köpfen konnten. Das war ein ganz schöner Kraftakt, aber am Ende hat es sich gelohnt. Ein Ei für Ostern oder für alle die mal schlüpfen wollen…. Fotos damit kann man bei Ulrike fotografiert Wunderschönes machen lassen.