Warum gerade Pappmaché?

Ich stelle mir selbst immer mal wieder die Frage, warum mich gerade Pappmaché so in seinen Bann gezogen hat. Schließlich gibt es viele andere Materialien, die doch viel einfacher und auch deutlich schneller zu verarbeiten sind. Warum also nehme ich nicht lieber fertig zu kaufendes Fimo? Oder anderen Lufttrocknenden Ton? Oder Ketbeton, oder gieße die Dinge gar in Silikon? Warum muss ich mir unbedingt die Arbeit machen und rühre mir den Ton selbst an? Warum matsche ich so viele Stunde vor mich hin, warte bis es getrocknet ist, schichte die nächste Lage Zeitungspapier auf und arbeite dann noch mit ebenso vielen Schichten des Pappmaché –Tons, um die Details einzufangen? Warum nehme ich es hin, dass ich mit viel Mühe eine Form mache und nach drei Tagen trocknen feststellen muss, dass die Form wieder verschwunden ist, weil die Masse beim Trocknen Feuchtigkeit verliert und schrumpft. Warum bin ich es nicht Leid, dann praktisch wieder von vorne anfangen zu müssen?
1. Auch wenn es extrem Aufwendig ist, dich immer wieder Schicht für Schicht dem Endergebnis zu nähern, ist es auch der größte Vorteil. Denn das gibt der Skulptur meiner Meinung nach die Lebendigkeit, die ich an dem Material liebe. Ein Lebewesen ist auch nicht aus einem Klumpen Ton (ich weiß, es gibt da andere Theorien, aber darüber sprechen wir ja jetzt nicht ;-)), sondern aus Schichten. Knochen, Muskeln, Sehnen, mehrere Schichten Haut… Und das empfinde ich auf etwas andere Art und Weise nach. Und es lohnt sich. So finde ich jedenfalls. Ich habe jetzt schon ein paar Mal andere Materialien ausprobiert, aber für mich wirken die Figuren dann viel statischer. Kalt. Während Pappmaché warm ist. Eben lebendig.
2. Pappmaché hat keine Grenzen. Mir würde jetzt tatsächlich nichts einfallen, was ich nicht damit bauen/gestalten könnte. Es ist sooo vielseitig. Dadurch, dass du es auch ohne Probleme mit anderen Materialien wie Stoff, Wolle, oder Holz verbinden kannst, sind auch deiner eigenen Kreativität keine Grenzen gesetzt. Du kannst alles umsetzen und es sieht immer einmalig aus.
3. Pappmaché ist leicht und günstig. Du kannst auch große Skulpturen damit machen, ohne dass du einen Kran brauchst, um sie von A nach B zu schaffen.
4. Pappmaché ist unglaublich stabil. Man glaubt das gar nicht, „ist ja nur Pappe“ aber man kann auch Möbel daraus bauen. Ich hab sogar mal gelesen, dass jemand ein Haus daraus gebaut hat. Sollte dennoch mal etwas kaputt gehen, ist es immer ohne Probleme zu reparieren. Und das ohne, dass eine Bruchstelle oder ähnlichen zurückbleibt

5. Es ist Recycling. In einer Welt, in der wir Müll im Überfluss produzieren, finde ich es schön, aus zumindest einem Teil etwas Neues schaffen zu können. (Und nein, das Klopapier, dass in meinem Pappmaché-Ton ist, habe ich nicht vorher schon mal verwendet ;-))
Dennoch bleibt zum Schluss, dass es sehr aufwendig ist. Und dieser Arbeitsaufwand spiegelt sich dann eben auch in den Kosten einer Skulptur wieder. Man muss selbst wissen, ob es sich für einen lohnt. Falls ihr aber Interesse habt, so fertige ich euch auch gerne eine Skulptur in einem anderen Material an. Schreibt mich einfach an! Unter facebook, oder per E-Mail an Ina@pappzauber.com.