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Wie alles begann…

28. Juli 2017

Es war gerade Frühling. Die Bäume reckten ihre zarten Blätter dem Himmel entgegen und die Sonne ließ ihr Strahlen darauf tanzen. Ich stand an der Gartentür und atmete die frische, nach Frühling duftende Luft ein und schloss die Augen. Endlich Frühling! Der Winter lag mir noch nie wirklich. Zu kalt, zu einsam, zu dunkel. Aber der Frühling… der riecht neu, frisch und nach Veränderung. Ich zuckte zusammen, als das Telefon klingelte. Als ich auf das Display sah, huschte ein zartes Lächeln über mein Gesicht. Es war meine Freundin Ulrike, die vor einiger Zeit in das entfernte Dresden gezogen war. Die Entfernung tat weh und ich vermisste sie sehr. Aber Ulrike rief an, weil sie mich besuchen wollte. Und das war wie ein kleines Pflaster auf der Entfernung. Ein kleines nur, aber eines mit bunten Blumen und einem lächelnden Hasen mit abgeschnittenen Ohren (für die Ohren war das Pflaster dann leider doch zu klein ;-)). Ulrike gehörte zu den Menschen in meinem Leben, die immer das nie alternde Kind in meinem Herzen wachrütteln und gleich ein paar lustige Purzelbäume schlagen lässt. Ulrike hatte sich gerade erst mit ihrer Fotografie selbstständig gemacht und neben den Einzelheiten zu ihrem Besuch überlegten wir auch, was Ulrikes zukünftigen Kunden wohl gefallen könnte. Alles normal so würde man denken. Nichts Außergewöhnliches. Aber genau wie die Frühlingssonne die Bäume aus ihrem Winterschlaf hervorkitzelte, so hatte dieses Gespräch ein kleines Samenkorn mein Innersten gepflanzt. Ich spürte es noch nicht, aber es war da.

Das Papierkleid und ich...
Das Papierkleid und ich...

Denn wenn es um Idee geht, bin ich wie ein kleines Trüffelschwein. Ich will sie unbedingt finden. Meinst wühle ich dann vor dem Schlafengehen in den tiefen meiner Kreativität und auch wenn ich darüber einschlafe, so kann ich häufig am nächsten Morgen einen dicken, durchaus noch dreckigen Trüffel präsentieren. Und genau so, war es auch dieses Mal. Denn am nächsten Tag bewaffnete ich mich mit gaaanz viel Druckerpapier, einer Schere und jede Art von Klebstoff, die in meinem Haushalt zu finden war, und fing an zu basteln. Ich zauberte noch recht unbeholfen ein Papierkleid zurecht. Als meine Freundin dann ankam, konnte ich es ihr bereits an mir zeigen. Beim abendlichen Plausch wurden noch ein paar Verzierungen ausgeschnitten. Am nächsten Tag wollten wir es im Wald shooten. Kurz bevor wir losfuhren, klebten wir die „Spitze“ noch an und gaben dem ganzen noch einen dezenten grünen Touch. Fertig war das „Dress for a Day. Use it and throw it away!“
Zugegeben: Das Kleid war eher rudimentär. Es saß nicht perfekt und sah auch nicht perfekt aus. Aber es hat dazu geführt, dass ich mich wieder daran erinnert habe, wie wandelbar Papier ist. Wie viele Möglichkeiten darin stecken und: Wie viel Spaß ich daran habe, etwas zu erschaffen. Ein Zauberer zu ein.
Und wenn ich das hier so sehe, sollte ich vielleicht noch mal ein Papierkleid basteln. Jetzt, wo ich genau weiß, was ich tue…